Die Stadtwerke Tübingen (swt) versichern, sie würden im Rammert „nur Anlagen umsetzen, die sich wirtschaftlich betreiben lassen“. Belastbare Zahlen dazu hat die Öffentlichkeit bislang nicht gesehen. Ein Blick auf die veröffentlichten Angaben zeigt, warum die Wirtschaftlichkeit eine der zentralen offenen Fragen des Projekts bleibt.
Damit haben vier der ursprünglich 13 Standorte die Planung nicht überstanden, drei davon nach Angaben der swt ausdrücklich aus wirtschaftlichen Gründen.
Die erwartete Strommenge je Anlage liegt damit rund acht Prozent unter der Prognose von 2025.
Geplant ist der Typ Enercon E-175 EP5 mit 7 Megawatt Leistung, 175 Metern Nabenhöhe und 175 Metern Rotordurchmesser. Die Gesamthöhe beträgt 262,5 Meter. Die swt beschreiben den Anlagentyp selbst als ausgelegt für „schwache bis mittlere Windgeschwindigkeiten“. Die enorme Höhe soll also ausgleichen, was dem Standort an Wind fehlt.
Laut den Gutachten zu Schall, Schattenwurf sowie Tier- und Artenschutz müssen einzelne Anlagen zeitweise gedrosselt oder abgeschaltet werden. Jede Stunde Stillstand fehlt im Jahresertrag. Wie stark diese Auflagen in die Ertragsprognosen eingerechnet sind, ist nicht veröffentlicht.
Die beteiligten Gemeinden sollen nach § 6 EEG mit 0,2 Cent pro Kilowattstunde am Stromertrag beteiligt werden, laut swt rund 20.000 Euro pro Anlage und Jahr. Hinzu kommen Pachten und Gewerbesteuer. Auch diese Einnahmen hängen direkt davon ab, wie viel Strom tatsächlich erzeugt wird.
Nach dem Zeitplan der swt wird die Genehmigung im Herbst 2026 erwartet. Im Winter 2026/2027 folgt die Teilnahme an der EEG-Ausschreibung der Bundesnetzagentur, 2027 der Bau und im Frühjahr 2028 die Inbetriebnahme. Erst mit dem Zuschlag in der Ausschreibung steht fest, zu welchem Preis der Strom vergütet wird.
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