Im Rammert ist ein Windpark geplant. Diese Seite gibt Ihnen frühzeitig Informationen zum Planungsstand und zeigt Ihnen, wie Sie sich einbringen können.
Im Rammert ist ein Windpark geplant. Diese Seite gibt Ihnen frühzeitig Informationen zum Planungsstand und zeigt Ihnen, wie Sie sich einbringen können.
Der Hauptauftraggeber und Projektentwickler für den Windpark Rammert sind die Stadtwerke Tübingen (swt). 10 geplante Windkraftanlagen (Stand: 2026) sollen entstehen, im Vorranggebiet Rammert (TÜ-01) auf den Gemarkungen Tübingen (nahe Bühl und Kilchberg) und Dußlingen.
Rund um den geplanten Windpark gibt es eine Reihe unbeantworteter Fragen:
Bislang fehlen nachvollziehbare Informationen dazu, wie sich die Anlagen auf Anwohnerinnen und Anwohner auswirken und wie sie später im Landschaftsbild aussehen.
Der Rammert gilt als ökologisch wertvolles Waldgebiet. Welche Folgen der Windpark für Tier- und Pflanzenarten hat, ist bislang nicht ausreichend geklärt.
Ob sich der Standort eignet und der Windpark wirtschaftlich trägt, ist offen.
Wie die Anlagen erschlossen werden und wo ein Umspannwerk entstehen soll, ist bislang nicht klar dargestellt.
Informationen der Stadtwerke erreichen die Menschen vor Ort bislang nur unzureichend.
Der Rammert, ein bewaldeter Höhenzug zwischen Neckar- und Steinlachtal (Landkreis Tübingen und Zollernalbkreis), ist eines der bedeutendsten zusammenhängenden Waldgebiete im mittleren Baden-Württemberg. Durch seine naturräumliche Lage im Keuperbergland erfüllt er essenzielle ökologische Schutz- und Regulationsfunktionen.
Der Rammert beherbergt großflächige Schutzgebietsausweisungen nach europäischem Recht (Natura-2000-Gebiete: FFH-Gebiet Rammert sowie Teile des Vogelschutzgebiets Schönbuch und Rammert).
Quelle zur Überprüfung: Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW), Daten- und Kartendienst (UDO), Steckbrief FFH-Gebiet 7519-341 „Rammert“.
Aufgrund seiner Fläche von mehreren tausend Hektar nimmt der Rammert direkte Steuerungsfunktionen für das regionale Klima wahr:
Quelle zur Überprüfung: Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA), Fachberichte zu Waldklimafunktionen im Keuperbergland; Klimaatlas Baden-Württemberg (LUBW).
Geologisch ist der Rammert vom Keuper (insbesondere Stubensandstein, Knollenmergel und Schilfsandstein) geprägt. Dies bedingt spezifische hydrogeologische Dynamiken:
Quelle zur Überprüfung: Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau (LGRB), Geologische Karte 1:50.000 Baden-Württemberg, Hydrogeologische Übersicht.
Die Böden des Rammerts reagieren hochsensibel auf mechanische Einwirkungen:
Quelle zur Überprüfung: Waldzustandsbericht Baden-Württemberg (Ministerium für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg); Bodenkarte von Baden-Württemberg (LGRB).
Als stadtnaher Waldraum (Nähe zum Ballungsraum Rottenburg–Tübingen–Mössingen) unterliegt der Rammert hohem Nutzungsdruck:
Von 13 auf 9 Anlagen, sinkende Ertragsprognosen, keine veröffentlichten Messwerte: Was über die Wirtschaftlichkeit des Windparks bekannt ist und was nicht.
Während der Ausbau erneuerbarer Energien grundsätzlich notwendig ist, gefährden die geplanten Windkraftanlagen im Rammert ein ökologisch sensibles, zusammenhängendes Waldgebiet sowie streng geschützte Tierarten und deren Lebensraum.
Der Bau von Windkraftanlagen im Rammert bedroht die Habitate der dort beheimateten Tiere, darunter Füchse, Rehe, Wildschweine, Dachse, eine Vielzahl von Vogelarten, Fledermäuse, Amphibien und Insekten. Auch geschützte Arten wie der Rotmilan (18 Brutreviere), der Schwarzstorch und seltene Fledermauspopulationen sind betroffen.
Ein Klimaschutzwald ist ein zusammenhängendes Waldgebiet in der Nähe von Siedlungsschwerpunkten. Großräumiger Luftaustausch, Kühlung und Feuchtigkeitsspeicher sind seine Aufgaben. Aufgrund der örtlichen Topografie und der fehlenden Zufahrtsstraßen zu den potenziellen Standorten der Windkraftwerke müssen große Flächen des Rammerts gerodet werden, seine Funktion als Klimaschutzwald wird deutlich beeinträchtigt.
Biodiversität sichert wichtige ökologische Funktionen wie die Produktion von Sauerstoff, die Bestäubung von Pflanzen, den Erhalt der Bodenfruchtbarkeit und die Regulation des Klimas. Durch einen so massiven Eingriff in das intakte Ökosystem Rammert entsteht ein großes Ungleichgewicht, das gravierende Folgen nach sich zieht.
Die Errichtung der Windkraftanlagen wird das wichtige Naherholungsgebiet für die 150.000 Anwohner rings um den Rammert signifikant belasten – sowohl während der Bau- als auch der Betriebsphase durch Emissionen und den Schattenwurf der riesigen Rotoren. Die geplanten 250 Meter hohen Anlagen würden die Attraktivität und die Erholungsqualität des Gebiets zerstören.
Trotz geringer Windhöffigkeit ist der Rammert bislang vom Regionalverband Neckar-Alb (RVNA) als Vorranggebiet für Windenergie ausgewiesen. Anstatt sich auf Standorte mit guter Windhöffigkeit zu konzentrieren, werden hier riesige Windkraftanlagen von 250 Metern Höhe vorgesehen, um Effizienz zu erreichen. Inwiefern sich der Betrieb der WKA an einem solch ungünstigen Standort noch wirtschaftlich gestalten lässt, ist fraglich.
Diese Seite bündelt Informationen zum geplanten Windpark im Rammert an einem Ort. Sie erfahren frühzeitig vom aktuellen Planungsstand und haben die Möglichkeit, Ihre Einschätzung einzubringen.
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