Käfer & Schmetterlinge

Mit Einleitung: Carola stellst Du etwas zusammen. Aktuell gibt es Beispiele, ich habe eine Aufzählung ergänzt

Updated on 18. Oktober 2026
Der Hirschkäfer (Lucanus cervus) ist die größte in Mitteleuropa vorkommende Käferart und gehört zur Familie der Schröter (Lucanidae).

 

Merkmale und Geschlechtsdimorphismus

  • Körpergröße: Männchen erreichen inklusive ihrer Zangen eine Körperlänge von 3,5 bis über 8 Zentimetern (in Ausnahmefällen bis zu 9 cm). Weibchen sind mit etwa 3 bis 4,5 Zentimetern deutlich kleiner.
  • Geweih: Das namensgebende „Geweih“ der Männchen besteht aus stark vergrößerten Oberkiefern (Mandibeln). Diese rotbraun glänzenden Werkzeuge dienen nicht der Nahrungsaufnahme, sondern Rivalenkämpfen um Fortpflanzungspartnerinnen und Reviere.
  • Weibliche Mandibeln: Weibchen besitzen normale, kurze, aber kräftige Mundwerkzeuge, mit denen sie Baumrinde anritzen können, um Baumsäfte zu lecken.

Lebenszyklus und Entwicklung

  • Larvenstadium: Die meiste Zeit seines Lebens verbringt der Hirschkäfer im Verborgenen. Die Larven ernähren sich von weißfaulem, morschem Holz – bevorzugt im Wurzel- und bodennahen Stammbereich alter Eichen (xylophage/saproxylische Lebensweise).
  • Entwicklungsdauer: Die Larvenentwicklung dauert je nach Feuchtigkeit, Temperatur und Holzqualität etwa 3 bis 8 Jahre.
  • Imago (Erwachsenenstadium): Nach der Verpuppung in einer faustgroßen „Puppenwiege“ im Erdreich schlüpfen die adulten Käfer im späten Frühjahr (Mai bis Juli). Die Lebensdauer als ausgewachsener Käfer beträgt lediglich wenige Wochen (oft 4 bis 8 Wochen), in denen die Fortpflanzung im Vordergrund steht.

Lebensraum und Gefährdung

  • Habitat: Alte Eichen- und Eichenmischwälder, historische Hutewälder, aber auch alte Parkanlagen, Alleen und Streuobstwiesen mit ausreichend Totholzbestand.
  • Schutzstatus: In Deutschland ist die Art nach der Bundesartenschutzverordnung (BArtSchV) „streng geschützt“ und im Anhang II der europäischen Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH-Richtlinie) gelistet. Die Hauptbedrohung liegt im Verlust alter Laubbaumbestände und dem Mangel an verrottendem Totholz im Bodenbereich.
Quellennachweise:

  • Bundesamt für Naturschutz (BfN): Steckbriefe der FFH-Arten – Lucanus cervus (Hirschkäfer).
  • Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (Richtlinie 92/43/EWG): Anhang II (Tier- und Pflanzenarten von gemeinschaftlichem Interesse).
  • Bundesartenschutzverordnung (BArtSchV): Anlage 1 (Besonders und streng geschützte Tier- und Pflanzenarten).
 

Die Spanische Flagge (Euplagia quadripunctaria), auch als Russischer Bär bekannt, ist ein Schmetterling aus der Unterfamilie der Bärenspinner (Arctiinae) innerhalb der Familie der Eulenfalter (Noctuidae; in älterer Systematik Erebidae/Arctiidae).

Merkmale

  • Flügelspannweite: 42 bis 52 Millimeter.

  • Vorderflügel: Dunkelbraun bis schwarz mit einer markanten, weiß-gelblichen Streifenzeichnung in Form eines Ypsilon bzw. V, die dem Falter in Ruhestellung eine streifige Dreiecksform verleiht.

  • Hinterflügel: Auffällig leuchtend rot bis orangerot gefärbt mit drei bis vier großen, dunklen Flecken. Diese Signalfarbe dient als Schreckfärbung gegen Fressfeinde (Aposematismus), wenn der Falter bei Störung auffliegt.

  • Aktivität: Tag- und nachtaktiv; fliegt vor allem an warmen Nachmittagen im Hochsommer sonnige Blütenstände an.

Lebenszyklus und Nahrung

  • Flugzeit: Eine Generation pro Jahr (univoltin) von Anfang Juli bis Ende August bzw. Anfang September.

  • Nektarpflanzen: Adulte Falter saugen bevorzugt an Gewöhnlichem Wasserdost (Eupatorium cannabinum), Sommerflieder (Buddleja davidii), Kratzdisteln (Cirsium) und Dost (Origanum vulgare).

  • Raupen & Überwinterung: Die Raupen sind polyphag und fressen an diversen krautigen Pflanzen sowie Gehölzen (z. B. Brennnessel, Taubnessel, Hasel, Himbeere, Weidenröschen). Die Raupe überwintert am Boden in der Streuschicht und verpuppt sich im späten Frühjahr in einem lockeren Gespinst.

Lebensraum und Schutzstatus

  • Habitat: Warme, feuchte Waldränder, Lichtungen, felsige Hänge mit Buschwerk, Flusstäler und Steinbrüche, insbesondere an Stellen mit reichem Vorkommen von Wasserdost. Berühmt ist das Vorkommen im „Tal der Schmetterlinge“ (Petaloudes) auf der griechischen Insel Rhodos, wo sich Tausende Falter zur Übersommerung versammeln.

  • Schutzstatus: In der Europäischen Union ist die Spanische Flagge als prioritäre Art im Anhang II der FFH-Richtlinie gelistet. Dies verpflichtet die Mitgliedstaaten zur Ausweisung spezieller Schutzgebiete (Natura 2000). In Deutschland gilt sie nach dem Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) bzw. der Bundesartenschutzverordnung (BArtSchV) als streng geschützt.

Quellennachweise:

  • Bundesamt für Naturschutz (BfN): Steckbriefe der FFH-Arten – Euplagia quadripunctaria (Spanische Flagge / Russischer Bär).

  • Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (Richtlinie 92/43/EWG): Anhang II (Prioritäre Art von gemeinschaftlichem Interesse).

  • Ebert, G. (Hrsg.): Die Schmetterlinge Baden-Württembergs, Band 5: Nachtfalter III (Bärenspinner).